Krankheiten des Rückens und Rückenschmerzen

Eine Auswahl der Krankheiten des Rückens und der Wirbelsäule, die in der Gelenk-Klinik behandlt werden.

Arthrose der Facettengelenke: Infiltration und Schmerztherapie

FacettengelenkeDie Facettengelenke verbinden die einzelnen Wirbel miteinander. Die Gelenkflächen sind mit einer Gleitschicht aus Knorpel überzogen. Bei einer Facettengelenksarthrose wird die Knorpelschicht dünner und die Gelenkflächen reiben schmerzhaft aufeinander. © Alila Medical Media, Adobe

Bei der Facettengelenksarthrose (auch Spondylarthrose oder Spondylose genannt) handelt es sich um den Verschleiß der Facettengelenke der Wirbelsäule. Diese kleinen Gelenke verbinden die einzelnen benachbarten Wirbelkörper an der Rückseite der Wirbelsäule miteinander. Durch voranschreitendes Alter können die Gelenke verschleißen. Das bedeutet, dass die Knorpelschicht dünner wird und die Gelenkflächen direkt aufeinander reiben, wodurch sich häufig störende Knochenanbauten (Osteophyten) entwickeln. Auch Fehlbildungen der Wirbelsäule wie der Morbus Scheuermann oder ein Bandscheibenvorfall verstärken diese degenerativen Prozesse an den Facettengelenken.

Da die Gelenkkapseln dieser Gelenke in hohem Maße mit schmerzleitenden Nervenfasern versorgt sind, entwickeln sich bei der Facettengelenksarthrose vor allem belastungsabhängige Rückenschmerzen. Kommt es durch die Knochenanbauten zu Einengungen der Nervenaustrittslöcher, entstehen manchmal Schmerzen in den Armen oder Beinen.

Bandscheibenvorfall: Wenn die Bandscheibe Schmerzen verursacht

Schematische Darstellung eines BandscheibenvorfallsDarstellung eines Bandscheibenvorfalls (Diskusprolaps). Der innere Bandscheibenkern (dunkelblau) durchbricht den äußeren Faserring (hellblau) und kann einen Spinalnerven (gelb) komprimieren. © Gelenk-Klinik

Bandscheibenvorfälle sind häufig: In Deutschland werden davon cirka 180 000 pro Jahr mittels MRT diagnostiziert. Bemerkbar machen sie sich mit Rückenschmerzen, die in die Arme oder Beine ausstrahlen können, und einer eingeschränkten Beweglichkeit. Die meisten Bandscheibenvorfälle lassen sich konservativ gut behandeln. Reicht dies zur Linderung der Beschwerden nicht aus, wird operiert. Zwingend erforderlich ist eine Operation zudem, wenn durch den Bandscheibenvorfall Nerven stark eingeengt werden und es zu Lähmungen, Blasen- oder Mastdarmstörungen kommt.

Wirbelkörperfraktur

Die Osteoporose ist eine häufige Ursache für Wirbelbrüche. Das liegt daran, dass diese Erkrankung die Knochensubstanz erheblich beeinträchtigt und den Knochen porös macht. Zu Beginn der Osteoporose merken die Betroffenen zunächst nichts davon, dass die Knochendichte sinkt und ihre Knochen weniger fest sind. Nimmt der Schwund der Knochensubstanz jedoch weiter zu, treten oft unspezifische Schmerzen in den Knochen oder im Skelettsystem auf. Diese ähneln Gliederschmerzen, wie man sie z. B. bei einem grippalen Infekt empfindet.

OsteoporoseEin osteoporotischer Wirbelbruch vermindert die Höhe der Wirbelsäule und des Körpers. Der Rücken rundet sich auf eine typische Weise, die der Arzt in der visuellen Inspektion erkennt. © Bruce Blaus via Wikimedia Commons

Spinalkanalstenose: Wenn es eng wird im knöchernen Wirbelkanal

Ansicht eines Wirbelkörpers von oben. Bei einer Spinalkanalstenose sind die den Wirbelkanal bildenden Wirbellöcher durch knöcherne Anbauten und Bandverdickungen verengt. Dadurch bieten sie dem Rückenmark weniger Platz. © Corbacserdar, adobe

Bei einer Spinalkanalstenose ist der in der Wirbelsäule liegende Wirbelkanal eingeengt. Die Ursache sind meist verschleißbedingte Knochenanbauten, die in den Kanal hinein „wuchern“. Dadurch wird das dort verlaufende Nervengewebe (das Rückenmark) bedrängt. Mit der Zeit verstärkt sich der Platzmangel und der Druck auf die Nerven steigt. Es entwickeln sich Schmerzen, Missempfindungen, Gehstörungen oder sogar Lähmungen. Die Spinalkanalstenose wird meist konservativ behandelt, reicht dies nicht aus, empfehlen Rückenspezialisten meist eine operative Behandlung.