Arthrose der Facettengelenke: Infiltration und Schmerztherapie

  1. Was ist eine Facettengelenksarthrose?
  2. Wie macht sich die Facettengelenksarthrose bemerkbar?
  3. Diagnose: Wie untersucht der Arzt die Spondylarthrose?
  4. Wie kann man eine Facettengelenksarthrose behandeln?
FacettengelenkeDie Facettengelenke verbinden die einzelnen Wirbel miteinander. Die Gelenkflächen sind mit einer Gleitschicht aus Knorpel überzogen. Bei einer Facettengelenksarthrose wird die Knorpelschicht dünner und die Gelenkflächen reiben schmerzhaft aufeinander. © Alila Medical Media, Adobe

Bei der Facettengelenksarthrose (auch Spondylarthrose oder Spondylose genannt) handelt es sich um den Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke der Wirbelsäule. Durch Abbau des Gelenkknorpels kommt es zu Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen. Wie alle Arthrosen ist auch die Facettengelenksarthrose nicht heilbar. Die Behandlung zielt darauf, die Beschwerden zu lindern und die Funktion so weit wie möglich zu erhalten. Das Therapiespektrum reicht von der medikamentösen Schmerztherapie über Physiotherapie, Infiltrationen, Denervation der Facettengelenke bis hin zu operativen Maßnahmen.

Was ist eine Facettengelenksarthrose?

Spondylarthrose im RöntgenbildDas Röntgenbild zeigt eine Wirbelsäule mit Spondylarthrose. © Gelenk-Klinik

Die Wirbel- oder Facettengelenke verbinden die einzelnen benachbarten Wirbelkörper an der Rückseite der Wirbelsäule miteinander. Durch fortschreitendes Alter oder eine übermäßige Belastung aufgrund von Deformationen oder Fehlhaltungen können die Gelenke verschleißen. Das bedeutet, dass die Knorpelschicht dünner wird und die Gelenkflächen direkt aufeinander reiben, wodurch sich häufig störende Knochenanbauten (Osteophyten) entwickeln. Auch Fehlbildungen der Wirbelsäule wie der Morbus Scheuermann oder ein Bandscheibenvorfall verstärken diese degenerativen Prozesse an den Facettengelenken.

Die Facettengelenksarthrose kann alle Bereiche der Wirbelsäule betreffen. Am häufigsten tritt sie an der Lendenwirbelsäule auf.

Wie macht sich die Facettengelenksarthrose bemerkbar?

Die Gelenkkapseln der Facettengelenke sind in hohem Maße mit schmerzleitenden Nervenfasern versorgt. Deshalb entwickeln sich bei der Facettengelenksarthrose vor allem belastungsabhängige Rückenschmerzen. Typisch für die Facettengelenksarthrose sind Rückenschmerzen, die sich beim Heben von Lasten, beim Zurückneigen und beim Sitzen verstärken. Vor allem der untere Rücken schmerzt und wird unbeweglich. Kommt es durch die Knochenanbauten zu Einengungen der Nervenaustrittslöcher, kann Nervengewebe eingeengt werden und es entstehen Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen, Armen oder Beinen.

Diagnose: Wie untersucht der Arzt die Spondylarthrose?

Spondylarthrose im MRTMRT (Magnetresonanztomografie) einer Wirbelsäule mit Spondylarthrose. © Gelenk-Klinik

Anamnese und klinische Untersuchung: Zur Diagnose einer Facettengelenksarthrose lässt sich der Arzt zunächst die Beschwerden des Patienten schildern. Stärke und Zeitpunkt der Schmerzen sowie mögliche Bewegungseinschränkungen geben schon deutliche Hinweise darauf, wo die Ursache der Probleme steckt. In der klinischen Untersuchung prüft der Arzt, ob bestimmte Bereiche der Wirbelsäule druckschmerzhaft sind und ob die Bewegung eingeschränkt ist. Eine neurologische Basisuntersuchung zeigt, ob die Nerven beeinträchtigt sind. Dabei werden die Reflexe, die Kraft und die Hautsensibiltät getestet.

Bildgebung: Anhand der Bildgebung mittels Röntgen, CT oder MRT erkennt der Arzt die knöchernen Veränderungen wie z. B. eine Arthrose der Facettengelenke.

Testinjektion: Um herauszufinden, ob Befunde aus den Bildern tatsächlich für die Schmerzen verantwortlich sind, betäubt der Arzt das betroffene Gelenk durch eine Schmerzmittelinjektion. Verschwinden die Schmerzen dadurch, ist die Facettengelenksarthrose nachgewiesen.

Wie kann man eine Facettengelenksarthrose behandeln?

Für die konservative Behandlung der Facettengelenksarthrose steht eine Reihe von Verfahren zur Verfügung. Sie reichen von der medikamentösen Schmerztherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika über die physikalische Therapie und die Physiotherapie bis zur pulsierenden Magnetfeldtherapie und TENS-Behandlung.

Zur operativen Behandlung dieses meist chronischen Rückenschmerzes gibt es verschiedene Optionen: Die interventionelle Schmerztherapie, das Implantieren eines Cages und die Versteifungsoperation (Spondylodese).

Schmerzleitung vom Rückenmark in das GehirnSchmerzreize werden über das Rückenmark und den Thalamus bis zur Großhirnrinde transportiert und dort bewusst wahrgenommen. Bei der Facettendenervierung schaltet der Operateur diese Schmerzweiterleitung aus, indem er die Schmerzfasern im Bereich des arthrotischen Gelenks verödet. © Gelenk-Klinik

Die Facettendenervierung mittels interventioneller Schmerztherapie ist ein minimalinvasiver Eingriff, der unter lokaler Betäubung abläuft und nur wenige Minuten dauert. Der Arzt schiebt dabei eine dünne Nadel in den Bereich der Nervenfasern der Gelenkkapsel und platziert sie dort. Um kein Nachbargewebe zu verletzen, geschieht dies unter radiologischer Navigation durch spezielle Röntgenverfahren oder im Kernspintomographen. Sobald die Nadel platziert ist, wird zum Test ein Betäubungsmittel injiziert.

Verschwinden die Schmerzen dadurch, macht es Sinn, die entsprechenden Nervenfasern zu veröden. Dazu kann man Wärme oder Kälte verwenden, die Verfahren der Facettendenervierung heißen Thermokoagulation und Kryoablation. Nach der Verödung sind die Facettengelenke denerviert, d. h. die schmerzleitenden Fasern sind unterbrochen, bis sie nach einiger Zeit wieder zusammenwachsen. Mit dieser Methode lässt sich eine Linderung der Rückenschmerzen über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren erreichen.

Implantation eines Cages: Eine weitere minimalinvasive Möglichkeit ist das Einsetzen von einem Cage oder interspinösen Spreizer. Dieses Implantat wird zwischen zwei Wirbelkörpern eingepflanzt und stabilisiert die Wirbelsäule.

Versteifungsoperation: Wenn keine andere Methode hilft, ist bei massiver Facettengelenksarthrose die Versteifung des betroffenen Wirbelsäulenbereichs, die sogenannte Spondylodese, eine Option. Sie lindert die Schmerzen, indem sie die Stabilität der Wirbelsäule verbessert.